Senegal 2007

Freitag, 14. Dezember 2007

Reisebericht

Teil I
14.08.07 – 24.08.07: Kidira – Tambacounda – Kaolack – Diourbel – Rufisque – Dakar – Ngor – Kayar – Mboro sur Mer – Dakar – Dijifér – Kaolack – Karang – The Gambia – Séleti – Bignona – Ziguinchor – Cap Skirring – Mpack

Die Einreise in den Senegal erwies sich aus Mali kommend als sehr einfach; noch nicht einmal das Carnet de passage verlangte der Zöllner und somit ist dieser Grenzübergang wesentlich entspannter als die Beiden im Norden Senegals!
Nachdem wir die Polizei in der Ortsmitte zwecks Stempel besucht hatten, entschieden wir uns für ein stärkendes Eiersandwich am Wegesrand. Hatte sich unser Magirus in den letzten Tagen und Wochen doch als mehr oder weniger „unkaputtbar“ erwiesen, so wollte er dies wohl nicht den senegalesischen Kleinwagen zugestehen: beim Einparken kuschelte er mit der Heckstoßstange eines Renaults und verharkte sich innig! Glücklicherweise hielt sich der Schaden in Grenzen und war, nach lautstarker Diskussion aller (Un-)Beteiligten, auch gutmütig regelbar. Da wir ja nun im (angeblich weiterentwickelten) Senegal waren, hofften wir nach all den Strapazen auf etwas besseren Straßenbelag – dies war auch die ersten 200km auf der Route nach Tambacounda der Fall. Danach reihte sich jedoch bis Kaolack Schlagloch an Schlagloch, so dass wir nur sehr langsam und mühsam vorwärts kamen. Insgesamt unterschied sich der (zu dieser Zeit ebenfalls total grüne) Senegal-Sahel nicht sonderlich von dem Malis. Auffällig jedoch war die subjektiv bessere Versorgungssituation der Menschen, was Marktangebot, Gebäudezustand und Stromversorgung anging. Kaolack durchfuhren wir nur flüchtig, da diese Stadt mit ihren ausladenden Slums uns nicht gerade zur Rast einlud, und so kamen wir recht schnell nach Rufisque. Durch diesen größten Vorort Dakars quälten wir uns in einer schier endlosen Autokolonne (momentan wird eine neue, vierspurige Einfallsstraße gebaut) und steuerten erst einmal ein ruhiges Plätzchen am Meer an – laut Reiseführer sollte man am Hotel „Voile d´Or“ direkt campen können. Dies taten wir dann auch und konnten so direkt gegenüber der Hafenmole, in Riechweite der Fischfabrik für schmale 5000 CFA pro Person (~7,5 Euro) auf dem gepflasterten Innenhof des Hotels parken – sehr kuschelig! Immerhin hatten wir einen sauberen Sandstrand und Bier mit Pizza zur Verfügung. Am nächsten Morgen versuchten wir vergebens für Thomas ein Rückflugticket nach Deutschland zu organisieren und machten uns dann auf nach Mboro-sur-Mer. Bis hierher hatten uns die überall als vermeintlich korrupt geltenden senegalesischen Polizisten in Frieden gelassen – beim „falschen“ Abbiegen im Verkehrschaos sah einer jedoch seine Chance zum Extra-Geldverdienst gekommen und holte zuerst einen riesigen Strafzettel hervor. Schließlich fing er an, diesen auch noch lang und ausführlich auszufüllen und als er anschließend nach unserer Zulassungsnummer fragte, war klar was folgen würde. Erst die Frage, ob wir ihm irgendwie „behilflich“ sein könnten klärte die Situation zu beiderseitiger Zufriedenheit.
Einen kurzen Abstecher machten wir noch nach Kayar, jedoch imponierte uns das recht touristisch ausgelegte Fischerörtchen nicht sonderlich, wir waren schließlich auf der Suche nach einsamen Sandstränden und viel Ruhe nach all der Hektik in Dakar.
In Mboro sur Mer fanden wir zwar den gesuchten Sandstrand, einsam war er leider aber nicht und so nahmen wir ein schnelles Bad im warmen Atlantik und „flüchteten“ dann lieber vor den aufdringlichen Jugendlichen.
Im örtlichen Campement hatten wir einen wirklich schönen Stellplatz und genossen dort ein paar Tage bei frischem Fisch, sauberen Duschen und nettem Service, bevor wir nach obligatorischem Autoservice schon wieder zurück nach Dakar mussten. Leider war die telefonische Ticketorganisation fehlgeschlagen und Thomas musste erneut persönlich am Flughafen vorstellig werden (that´s life in Africa...). Als wir am nächsten Tag glücklicherweise noch eines der letzten Rückflugtickets für den August für Thomas ergattert hatten, versuchten wir zuerst vergebens in der näheren Umgebung Dakars ein ruhiges Strandstellplätzchen zu bekommen. So hatten wir genug Zeit am Artisenal-Center von Les Almedias, dem westlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents, zu verweilen und das ein oder andere (Un-)Nötige zu erstehen (den Strand vom „Club Med“ nebenan durften wird nach wenig diskretem Hinweis des Sicherheitsdienstes natürlich keinesfalls betreten...). Die hier überaus freundlichen und in keinster Weise aufdringlichen Kunsthändler boten uns zwar an, direkt neben ihnen am Strand zu campen, wir jedoch hatten von einem kleinen Restaurant im Stadtteil Ngor gehört, das ebenfalls Strandzugang hätte. Hier konnten wir noch einige wunderschöne Tage zu dritt verbringen, bevor wir Thomas am Flughafen absetzten.
Kurz vor dem Abflug sprach uns noch ein verzweifelter Togolese an, der auf Geschäftreise hier in Dakar war, und dem sämtliches Geld, Papiere und seine Insulinampullen gestohlen worden waren. Da er insulinpflichtiger Diabetiker war, hatte er nach mehr als 24 Stunden schon einen stark erhöhten Blutzuckerspiegel und bisher wollte ihm noch niemand helfen. Als wir mit ihm daraufhin zur Apotheke fuhren, schmiss der Apotheker ihn dort nur kurzerhand rabiat raus, schließlich habe er kein Insulin, wandte sich uns zu und wollte freundlichst wissen, womit er denn die weiße Kundschaft bedienen könne... Auch ein Telefonat mit den Teaching Hospital Dakars, dem größten des Landes und eines der Referenzkrankenhäuser Westafrikas, war nur wenig hilfreich, denn die Ärzte dort meinten, sie hätten sich um Wichtigeres zu kümmern und unser verzweifelter Togolese sei nun mal (noch!) kein Notfall (wahrscheinlich hätte er erst im diabetischen Koma liegen müssen...). Kurzum war die einzige Möglichkeit, dass wir ihm unsere letzten CFA´s gaben, damit er sich in der Zentralapotheke der Stadt das einzig in Dakar verfügbare Insulin kaufen konnte (da weiß man erst einmal, was man in Europa an einer funktionierenden Kühlkette und überall verfügbaren Medikamenten hat...), um in der Nacht noch zurück nach Togo zu fliegen.
Wir machten uns am nächsten Tag auf, entlang der „Petite Cote“ an der Küste Richtung Süden weiter zu fahren. Die nahezu komplett touristisch erschlossene Küste ist für Individualreisende wenig sehenswert und die Bevölkerung dementsprechend ständig auf „Business“ aus, und so fuhren wir ab Nianing direkt weiter die Piste durch das Saloum-Delta Richtung Süden. Hier ging es durch unberührte Baobab-Wälder, weitläufiges Schwemmland und zu dieser Jahreszeit riesige Vogelschwärme... Einfach idyllisch traumhaft!! Am Ende der Straße in Djifèr konnten wir dann, nachdem wir den Fischern bei Heimkehren zugeschaut hatten, direkt am Strand mit dem Saloum-Fluss im Rücken den Sonnenuntergang über dem Atlantik genießen... Die Ernüchterung folgte dann natürlich prompt am folgenden Morgen, denn mal wieder hatten wir einen Plattfuß – diesmal hinten links. Zum Glück nur ein scheinbar kleines Leck, denn nachdem wir den Luftdruck erhöht hatten, konnten wir uns noch bis nach Fatick zu einem Reifenvulkaniseur retten. Hier erlebten wir zum ersten Mal auf unserer Reise (mit bis dato ja schon diversen Reifenschäden...) einen echt professionellen Reifenfachmann, der innerhalb von 45 Minuten das Rad demontierte, zerlegte, den Schlauch reparierte und alles wieder montierte – eine echte Meisterleistung!! Dafür durften wir dann auch gleich noch vor dem herbeigerufenen Fotografen mit ihm posieren und wir hatten einen neuen Freund gefunden. Einfach klasse! Unser Plan, noch am selbigen Tag bis nach Gambia zu gelangen, war dann natürlich nicht mehr haltbar und wir machten kurz hinter Kaolack, mitten im Busch, halt. Leider war es zu dieser Zeit schon nicht mehr möglich, großartig abseits der verdichteten Pisten zu fahren – in der Regenzeit war alles so sehr aufgeweicht, dass wir hoffnungslos im Schlamm versunken wären! 80km vor Gambia war mal wieder Schlagloch-Trasse angesagt, und so konnten wir uns nur kriechend bis nach Gambia „schleichen“.

Aus Gambia kommend...
Nachdem wir alle nervigen Polizeikontrollen im Gambia passiert und die erneute LKW-Bergung verdaut hatten, begrüßte uns die Casamance, der südliche Teil Senegals, mit einem enormen Armeeaufgebot an der Grenze. Bevor überhaupt Polizei und Zoll etwas zu sagen hatten, waren erst einmal die hinter Sandsäcken verbarrikadierten Soldaten an der Reihe. Auch uns war bis zu dieser Reise nicht klar gewesen, dass die Casamance eines der aktuellen Konfliktherde in Westafrika darstellt, wo Waffengebrauch durchaus an der Tagesordnung ist! So waren Straßensperren ab jetzt alle paar Kilometer angezeigt, jedoch stets überaus korrekt und höflich – für Touristen als gar kein Problem. Erneut zeigte sich uns eine wunderschöne, weil reichlich mit Wasser gefüllte Schwemmlandschaft des Casamance-Flusses, so dass selbst der Straßendamm kniehoch unter Wasser stand – über den Fluss gab es dann glücklicherweise eine gute Brücke... Da wir unser Visum für Guinea-Bissau ja schon in Banjul bekommen hatten, konnten wir gleich durch die wenig einladende Verwaltungsstadt Ziguinchor durchfahren, um in der „Basse Casamance“ die Strände um Cap Skirring zu besuchen. Das sehr angepriesene „Tourismusparadies in den Tropen“ zeigte sich uns glücklicherweise in der Nebensaison, und so waren wir auf dem Behelfscamping die einzigen Urlauber. Auch die weißen, kilometerlangen Strände waren wie leergefegt – kein Wunder bei Dauerregen seit Tagen. Deutlich merkten wir hier mit jedem zurückgelegten Kilometer, dass wir uns wieder südlicher, im tropischen Regenwaldgürtel bewegten – Temperaturen um 40°C permanent, dazu mehr als 90% Luftfeuchtigkeit und schon viel Regen! Tolle Reisekombination! Das dachte sich auch Birgit und lag somit erst einmal drei Tage mit Magen-Darm-Koliken flach...(zum Glück ist dank potentem Antibiotika-Mix heutzutage nur noch sehr wenig unbesiegbar!!). Zwischendurch hatten wir allerdings noch einen erneuten Reifenschaden mit zerfetzter Karkasse Nr.5 zu verzeichnen – der auf dem Nachbarfeld arbeitende Bauer war scheinbar so begeistert von unserem Auto, dass er Schaufel und Hacke fallen ließ und sofort mit anfasste. Toll, die Hilfsbereitschaft der meisten Menschen in Schwarzafrika! Aber irgendwie hatten wir trotzdem die Nase voll von dem bis daher sehr teuren Senegal mit seinen überwiegend unfreundlichen, fordernden Menschen und machten uns recht schnell auf nach Guinea-Bissau...

Teil II
20.09.07 – 30.09.07: Mpack – Ziguinchor – Bounkiling – Senoba – The Gambia – Medina Saback – Kaolack – Fatick – Thies – Louga – St. Louis – Diama

Eigentlich wollten wir ja aus Guinea kommend in Kolda wieder einreisen, aber wie schon so oft machte uns der Regen einen Strich durch die Rechnung, und so waren wir wieder an der Grenze in Mpack. Hier begrüßte uns der „freundliche“ Zöllner mit der Offerte, doch für den Stempel im Carnet diesmal umgerechnet 4 Euro zu bezahlen. Leider fruchtete auch unser Hinweis, dass doch bei der Ausreise alles „gratuit“ gewesen sei, nicht sonderlich! Als sich seine Miene verfinsterte und er meinte, wir könnten ja nach Guinea umdrehen, wenn uns sein Preis nicht passte, gaben wir uns definitiv geschlagen – dann doch lieber das kleine Übel!!
Über Ziguinchor ging es ab Bignona dann durch die „Moyen Casamance“ wieder Richtung Gambia. Diesmal wollten wir Gambia auf dem „Trans-Gambian-Highway“ durchqueren. Was auf dieser Strecke sofort auffiel, war die offene Herzlichkeit der Menschen abseits der Touristengebiete. Bei jedem Stop fragten sie neugierig, jedoch nie aufdringlich, wohin wir wollten und ob wir ein Problem hätten – sehr nett im Gegensatz zu dem bisher bereisten Senegal!

Aus Gambia kommend...
...fuhren wir, nach diesmal erneut „kostenloser“ Einreise, rechts von der Hauptroute nach Kaolack ab, um bei Medina Sabak Monolithengräber zu besuchen. Wider Erwarten war die Piste bis 5 Kilometer vor dem Ziel ( Sine Ngayéne) auch in ausgezeichnetem Zustand, dann jedoch nur noch zu Fuß oder per Esel passierbar. Nachdem wir unseren Kleinwagen abgestellt und ein rein Wolof-sprechenden Guide uns gefunden hatte, ging der Fußmarsch in die Savanne los – natürlich, blöd wie die Europäer sind, in der stärksten Mittagshitze ohne Hut und mit nur einem Liter Wasser... Als wir dann irgendwann tatsächlich im nächsten Ort ankamen und der richtige Mensch mit dem richtigen Schlüssel zum Tor gefunden war, waren wir auch schon dem Totalkollaps sehr nahe. So konnten wir sein Ansinnen auf 10.000 CFA (~15 Euro) zum Öffnen des Zaunes vor den Monolithen nicht teilen. Aber, wie so oft, wirkte auch hier ein absolutes Desinteresse mit 180° Wendung unsererseits wahre Wunder, und so konnten wir die uralten, recht unerforschten Steinformationen mit „Königs- und Königinnengrab“ auch zu einem Zehntel des Preises bewundern – absolut imposant! Für den Rückweg gab es (Gott sei Dank!) ein Pferdegespann zu chartern, so dass uns ein erneuter Fußmarsch erspart blieb – vorher jedoch genossen wir als seltene Dorfattraktion die Aufmerksamkeit aller 70 abwesenden Kinder sehr intensiv und quasi hautnah!
Nach erneut kurzem Abstecher in Fatick zu unserem „Freund“, dem Vulkaniseur, wo wir die nunmehr entwickelten Fotos bekamen und er wieder für uns vulkanisieren durfte, hatten wir eine Verabredung in Niague am Lac rose. Nina aus Bissau hatte uns mit Dess in Verbindung gebracht, der am Lac rose wohnt und dort wiederum einen bekannten Maler als Freund hat (wie immer: wenn etwas funktionieren soll, dann nur über fünf Ecken...).
Da wir noch unser Auto verschönern lassen wollten, war dies die einmalige Möglichkeit. Glücklicherweise hatte El Hadji auch Zeit und Lust, seine Kunst auf einem schnöden Magirus zu platzieren. So konnten wir, mitten im Ramadan, drei Tage lang unter einer Schirmakazie sitzend unserer Dorfszene am Auto beim Entstehen zusehen, Tee kochen, mit einem Senegalesen ungestört den Kunstmarkt erobern und wurden abends zu den jeweiligen Familien zum Essen eingeladen. Super! Leider hieß es auch hier nach einer wirklich schönen und intensiven Zeit (viel zu früh) Abschied nehmen, denn so langsam lief uns die Zeit weg – die Autoversicherung, ohne die man für jeden Polizisten hier ein gefundenes Fressen ist, lief Ende des Monats ab und wir mussten unbedingt noch in den Norden kommen.
Über Thies fuhren wir Richtung St. Louis zur Zebrabar, angeblich dem Szene-Campingplatz für Afrikafahrer... Hier wollten wir uns noch die letzten drei Tage auf dem in einem Nationalpark gelegenen, mit seinem alles überragenden Aussichtsturm wirklich schön angelegten Platz entspannen, bevor die Ausreise anstehen sollte. Da wir über die Grenzstationen im Norden (entweder Diama via Damm oder Rosso direkt) schon viele Schauergeschichten gehört hatten, war eine gewisse Anspannung sehr spürbar...
Zuallererst aber wurde aus der Entspannung nichts, denn das uns schon bei Thies aufgefallene Geräusch der Vorderachse stellte sich als ein defektes Kreuzgelenk der Kardanwelle heraus – das Lager war total trocken und scheinbar nie mit Fett versorgt worden; ein Standschaden, der sich erst nach über 30.000 Kilometern zeigte (glücklicherweise war es der Einzige!). Hier lernten wir den Österreicher Michel (www.wueste.cc) kennen, der mit seinem Husar 4x4 nach mehreren Monaten Westafrika ebenfalls auf der Rückreise nach Europa war. Er hatte mit seiner weitreichenden Wüsten- und Navigationserfahrung die technische Basis für eine Dokumentarverfilmung der Rallye Dakar geliefert, die ab Anfang des Jahres ihm Fernsehen zu sehen sein wird (mehr dazu auf seiner Web-Seite). Da wir uns auf Anhieb mit ähnlichen Ansichten und Zielen toll verstanden, beschlossen wir, die Grenze bei Diama über den Damm in der Regenzeit mit beiden Autos gemeinsam zu riskieren. Vorher brauchten wir allerdings beim Deutz wieder einen funktionierenden Allrad... Und so gingen wir am folgenden Tag in St. Louis mit Kardanwelle unter dem Arm auf die Suche nach einem passenden Ersatzteil (glücklicherweise ist Michel ausgebildeter KfZ-Meister und versteht sein Handwerk prächtig!). Nachdem wir die angebotene „afrikanische Lösung“ von Durchsägen und Einschweißen eines neuen Kreuzes vehement ablehnen mussten, gab es schließlich doch noch ein mehr schlecht als recht passendes Ersatzteil aus indischer Fertigung – präsentiert in der praktischen Geschenkdose inkl. Flaschenöffner! Wie nett...zumindest war das Ersatzlager damit vor Luftfeuchtigkeit geschützt gewesen und noch nicht angerostet. Aus Ermangelung einer Presse belegten wir daraufhin den nächststehenden Schmiedebock einer kleinen Schweißerei und schafften es in der Tat, das kaputte Kreuzgelenk heile auszuschlagen und das neue (leider etwas zu kurze) Kreuz korrekt einzupassen (zwei Stunden Hämmerei bei brütender Hitze ließen da schon der ein oder anderen Schweißperle freien Lauf...). Daher mussten wir uns nach erledigter Tagesaufgabe erst einmal belohnen, und begannen unsere Erkundungstour am geschichtsträchtigen „Hotel de la poste“, wo schon der Flugpionier Jean Mermoz abgestiegen sein soll. Insgesamt empfanden wir St. Louis als schönste und eindrucksvollste Stadt unserer gesamten Reise, die einlädt, einfach ein paar Tage am tollen Sandstrand unter dem bunten Markt- und Fischertreiben die Seele baumeln zu lassen...
Auf der nächtlichen Rückfahrt zum Camping wurde dann das Unvermeidbare Realität, und wir wurden Leidtragende der berühmten korrupten Nord-senegalesischen Polizisten. Nachdem alle Papiere kontrolliert und korrekt waren, war schließlich die angeblich fehlende Heckreflektionstafel (obwohl eine montiert war; jedoch scheinbar nicht „Modell Senegal“!!) Stein des Anstoßes zum Disput. Hierbei helfen auch die im Vorfeld gut gemeinten Tipps wie „Quittung verlangen“ oder „Namen des Polizisten aufschreiben lassen“ nichts, wenn dieser die Fahrzeugpapiere einfach nicht mehr herausrückt! Glücklicherweise konnte Michel, als neutrale Person bis dahin gänzlich unbeteiligt, die Sache „unter Männern“ fiskalisch regeln. Echtes Glück gehabt, sonst wäre die Ausreise zwei Tage später gestorben gewesen... Nach Einbau unserer Kardanwelle mit „Behelfsgelenk“ und allgemeinem Service- und Klöntag verabschiedeten wir uns schließlich am 30.09. über die Straße nach Diama aus dem Senegal und nahmen das Projekt „Dammüberquerung“ in Angriff...




Weitere Fotos zum Senegal findet man hier...
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